Wadersloh (mw/bb). Mit einem festlichen Finale endete am Montagabend das 163. Schützenfest des Schützenvereins St. Margarethen Wadersloh. Unzählige Besucherinnen und Besucher säumten nocheinmal die (von der Freiwilligen Feuerwehr und Polizei abgesicherten) Straßen im Ortskern, als die Kompanien um 17.30 Uhr ihre Stärke bei Major Michael Bernzen meldeten. Auf den Treppen vor dem „Dalla Nonna“ wurde am Abend dann ein emotionaler Majestätenwechsel vollzog: Das scheidende Königspaar Ralf Heitvogt und Constanza „Conny“ Galli wurde verabschiedet, ehe Kai Bollmohr und Lara Kaufmann feierlich als neues Schützenkönigspaars gekrönt wurde.





Was macht das Schützenfest in Wadersloh eigentlich so besonders? Sind es die Uniformen, die Musikzüge, die festlichen Umzüge und die ausgelassenen Partys im Festzelt? Oder ist es vielmehr auch das, was zwischen all dem sichtbar wird: Gemeinschaft, Freundschaft, generationsübergreifender Zusammenhalt und die Freude, gemeinsam Tradition zu leben? Und das zum 163. Mal! Genau diese Werte spiegelten sich auch in den Dankesreden im Schatten der Pfarrkirche wider. Oberst Rudi Vienenkötter würdigte zunächst das scheidende Königspaar und dankte Ralf Heitvogt und Conny Galli für ihr Engagement während des vergangenen Jahres. Sie hätten den Schützenverein St. Margarethen „sehr, sehr würdevoll vertreten“, betonte der Oberst. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu, dass beide altersmäßig noch genügend Zeit hätten, eines Tages erneut als Regentenpaar auf den Stufen zu stehen.
Unter großem Applaus wurden Krone und Königskette als sichtbare Zeichen des Regentschaftsendes abgelegt. Anschließend blickte Ralf Heitvogt auf ein bewegendes Jahr zurück: „Wenn ich auf unser Regentenjahr zurückblicke, dann denke ich vor allem an diese vielen Menschen, die dieses Jahr so besonders gemacht haben“, sagte der scheidende König. Besonders dankte er seiner Königin Conny Galli, die das Jahr mit Herzlichkeit, Stärke und Ausstrahlung geprägt habe. Gleichzeitig hob er den außergewöhnlichen Einsatz zahlreicher Vereinsmitglieder hervor. Stellvertretend nannte er Geschäftsführer Bastian Nienaber, der unzählige Stunden für den Verein investiere und für das Königspaar stets Ansprechpartner und Freund gewesen sei. „Es war uns eine große Ehre, unseren Verein als Königspaar vertreten zu dürfen“, erklärte Heitvogt. Die Erinnerungen an das gemeinsame Regentschaftsjahr würden sie ein Leben lang begleiten.

Anschließend stand dann auch das neue Königspaar samt Hofstaat schon bereit. Oberst Vienenkötter zeigte sich beeindruckt vom großen Zuspruch beim diesjährigen Königsschießen. „Das hat unser Verein noch nicht gesehen“, sagte er mit Blick auf die außergewöhnlich hohe Zahl von zehn bis zwölf Anwärtern auf die Königswürde. Am Ende habe es jedoch nur einen geben können: Mit dem 258. Schuss sicherte sich Kai Bollmohr die Königswürde. Gemeinsam mit seiner Königin Lara Kaufmann wird er nun den Schützenverein durch das kommende Jahr führen.
Beide wurden unter großem Jubel gekrönt. Anschließend stellte der Oberst den umfangreichen Hofstaat vor, der das neue Königspaar begleiten wird. Auch die Königsoffiziere Philipp Möllers und Daniel Bücker wurden auf die Treppe gebeten, bevor die Schützen dem neuen Regentenpaar mit kräftigen Horrido-Rufen die Ehre erwiesen. Mit sichtlicher Freude stellte Vienenkötter das neue Königspaar vor. Kai Bollmohr ist 35 Jahre alt, stammt aus der 2. Kompanie und arbeitet bei Collins Aerospace. Königin Lara Kaufmann ist 25 Jahre alt und ebenfalls bei dem Unternehmen beschäftigt. Ihr Wunsch sei es gewesen, Königin in einem großen Verein zu werden – ein Wunsch, der sich nun erfüllt hat.


Nach dem traditionellen Vorbeimarsch zog der Festzug zum Rathaus und anschließend weiter zum Festzelt. Dort standen der Empfang der Gastvereine, der große Festball mit der Partyband „ambiente“ sowie die traditionelle Polonaise durch das Ortszentrum auf dem Programm.
Als in den Abendstunden noch einmal hunderte Schützen, Musiker und Gäste gemeinsam feierten, lieferte das Schützenfest selbst die vielleicht schönste Antwort auf die Frage, was diese Tage in Wadersloh so besonders macht: Es sind nicht (nur) die Kronen oder Orden. Es sind die Menschen, die Jahr für Jahr zusammenkommen, um Gemeinschaft zu erleben, Freundschaften zu pflegen und die Schützen-Tradition mit Leben zu füllen. Horrido!
Fotos/Text: B. Brüggenthies
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