Liesborn (mw/bb). Aus vielen kleinen Kunstwerken ist ein beeindruckendes großes Ganzes entstanden: Am Grundschulstandort Liesborn wurdeam Freitagmorgen ein außergewöhnliches Kunstprojekt feierlich eingeweiht. Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 4 haben mit ihren selbst gestalteten Fantasietieren und Fantasiepflanzen eine riesige Wandgestaltung geschaffen, die nun den Eingangsbereich des Schulanbaus verschönert.

Initiiert wurde das farbenfrohe Collagen-Wandprojekt vom Förderverein der Grundschule. Ziel war es, alle Kinder aktiv einzubeziehen: „Uns war wichtig, dass die Kinder selbst kreativ werden und an der Umsetzung zur Schulverschönerung beteiligt sind“, erklärten Fördervereinsmitglied Janine Julius und Grundschulverbundleiterin Inge Mittag-Ninaber bei der lebhaften Einweihung des einzigartigen XXL-Kunstwerks. Die Idee entstand vor dem Hintergrund der bislang eher nüchtern wirkenden Wand im neu errichteten Anbau der Schule. Statt einer klassischen Wandbemalung entwickelten der Förderverein und die Künstlerin Nina K. Matthies aus Freiburg eine besondere Lösung: Jedes Kind gestaltete im Kunstunterricht ein eigenes Fantasiewesen oder eine Fantasiepflanze. Ob Dinosaurier, Schildkröte, Einhorn, Giraffe, Schmetterling oder Außerirdischer – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.


Die rund 150 Zeichnungen wurden anschließend an die Künstlerin geschickt. Dort fotografierte und digitalisierte Matthies jedes einzelne Motiv und zeichnete es nach. Nach rund 70 Arbeitsstunden entstand daraus ein großes digitales Wimmelbild, das exakt auf die spätere Wandfläche abgestimmt wurde. Gedruckt als knapp neun Meter breite und drei Meter hohe Fototapete schmückt das Werk nun den Eingangsbereich der Schule. Bei der Anbringung der feuerfesten Kunst-Tapete half der Malerbetrieb Klemann. Die Originalzeichnungen durften die Kinder im Anschluss behalten und haben so eine zusätzliche Erinnerung an das kreative Gemeinschaftsprojekt.
Was man vieleicht nicht auf dem ersten Blick sieht ist ein pädagogisch wertvoller Zusatznutzen: „Die Schülerinenn und Schüler haben das Motiv komplett selber erarbeitet. Und da hatten wir ganz viele Ideen und gedacht, es wäre doch für die Kinder auch schön, so eine Art Krafttier zu malen. Die gehen da jeden Tag dran her. Das ermutigt und erfreut sie dann, wenn es vielleicht auch mal einen Schultag gab, der nicht so toll gelaufen ist, wenn eine Klassenarbeit vielleicht nicht so toll gelaufen ist und dann an ihrem Motiv vorbeigehen und sich denken: ‚Ach guck mal, das habe ich aber richtig cool gemacht‘. Und dann nochmal einen neuen Mut sammeln und in die nächste Stunde gehen“, erläuterte Janine Julius. Ihre kurze Begrüßung verband sie gleichzeitig mit der herzlichen Einladung, die Arbeit des Fördervereins zu utnersützen, um vielleicht weitere Gemeinschaftsprojekte umzusetzen zu können.


