Liesborn (mw/bb). Wie fühlt es sich an, mit Feuerwehrtechnik zu arbeiten? Was steckt eigentlich hinter den Geräten, die bei einem Einsatz zum Einsatz kommen? Und könnte die Arbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr vielleicht auch etwas für einen selbst sein? Beim öffentlichen Übungsabend des Löschzugs Liesborn konnten Interessierte am Freitag genau das herausfinden. Nach und nach trafen einige Besucher am Gerätehaus am Linnenkamp ein, um die Arbeit der Feuerwehr hautnah in der Praxis zu erleben. An verschiedenen Stationen zeigten die Feuerwehrleute Teile ihres Ausbildungs- und Einsatzspektrums. Neben der Technischen Hilfeleistung ging es unter anderem um die Wasserentnahme. Auch das Atemschutztraining gehörte zum Programm. Nach einer kurzen theoretischen Einführung konnten die Besucherinnen und Besucher die Arbeit der Einsatzkräfte aus unmittelbarer Nähe kennenlernen. Viele Fragen wurden gestellt und beantwortet.
Nachwuchs dringend gesucht
Gleichzeitig ging es den Einsatzkräften um ein wichtiges Thema: Nachwuchs für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst im Liesedorf zu gewinnen. Der Hintergrund für den besonderen Übungsabend ist der steigende Bedarf an neuen Einsatzkräften. Aktuell gehören 48 Feuerwehrleute zum aktiven Löschzug Liesborn. Gleichzeitig werden in den kommenden Jahren sechs bis sieben langjährige Einsatzkräfte aus dem aktiven Dienst ausscheiden und in die Ehrenabteilung wechseln. Zwar wurde die Altersgrenze für den aktiven Feuerwehrdienst inzwischen von 60 auf 67 Jahre angehoben. Das allein löst das Nachwuchsproblem jedoch nicht. „Deswegen ist es jetzt schon wichtig, Leute zu gewinnen“, erklärt Zugführer Johannes Schulze Ahlke im Gespräch mit MW.

Ein besonderer Blick richtet sich dabei auf die Jugendfeuerwehr Wadersloh, die in Liesborn stationiert ist: Rund 35 Kinder und Jugendliche sind dort derzeit aktiv. Die Jugendfeuerwehr ist allerdings bereits mit einer längeren Warteliste konfrontiert. Deshalb möchte der Löschzug auch andere Wege aufzeigen, in die Feuerwehr hineinzufinden. Angesprochen wurden ausdrücklich nicht nur diejenigen, die bereits in jungen Jahren bei der Jugendfeuerwehr aktiv waren, sondern vor allem die potentiellen Quereinsteiger ab 17 Jahren.
Feuerwehrarbeit soll sichtbarer werden
Der öffentliche Übungsabend war zugleich eine Gelegenheit, die wichtige Arbeit des Löschzugs grundsätzlich stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Über soziale Medien und die Tagespresse hatte die Feuerwehr im Vorfeld auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Der letzte öffentliche Übungsabend, der sich gezielt an potenzielle neue Einsatzkräfte richtete, liegt bereits einige Jahre zurück. Trotz des parallel ausgetragenen Fußball-Derbys zwischen Liesborn und Wadersloh fanden einige Interessierte den Weg zum Gerätehaus. Mit dem Verlauf zeigte sich der Löschzug deshalb sehr zufrieden.









Wer den Löschzug Liesborn noch einmal bei einer Übung erleben möchte, bekommt dazu bereits im Oktober die nächste Gelegenheit: Am 10. Oktober 2026 findet rund um das Museum Abtei Liesborn die diesjährige Herbstabschlussübung statt. Auch die Feuerwehrkapelle und Jugendfeuerwehrkapelle Liesborn werden dabei eingebunden sein. Zuschauerinnen und Zuschauer sind schon jetzt herzlich eingeladen.
Fotos/Text: B. Brüggenthies, zus., Fotos: Feuerwehr (2)


