Wadersloh (mw/bb). In der Aula des Johanneums gastierten am Samstagabend (20. September) die beiden ehemaligen Schülerinnen Luisa Laakmann (Abitur 2012) und Isabel Nolte (Abitur 2008) für ein weiteres Zeitreise-Kapitel der bewegten Schulgeschichte. 100 Jahre liefern reichlich Raum für Erinnerungsmomente, insbesondere rund um Kreativität und Musik. Nach der Premiere des Formats mit Daniel Pottgüter (MW war im Frühjahr exklusiv als Presse vor Ort) gab es beim Singer-Songwriter-Abend mit den beiden Musikerinnen aus dem Münsterland geballte Frauenpower, die mit Ausdrucksstärke und einer Prise Nostalgie zur Zeitreise einlud. Meine Damen und Herren, bitte schnallen Sie die Gurte fest, die Schul-Zeitmaschine startet jetzt.
Die Vitae von Luisa Laakmann und Isabel Nolte zeigen viele Überschneidungen: Beide sind in Oelde (bzw. Stromberg) aufgewachsen, gingen zum Johanneum nach Wadersloh und machten dort schon zu ihrer Schulzeit Musik – auch außerhalb des Unterrichts. Musicals, Straßenmusik, Konzerte, Theater. Die Begeisterung für die Kunstform Musik führte beide Ehemaligen auch ins Fernsehen.
Luisa Laakmann wagte direkt nach dem Abitur 2012 den Weg nach Buenos Aires. Eine eigene Band, gefeierte Auftritte im südamerikanischen TV, ein Leben als „Freebird“, mit Reggae und Soul im Herzen. Auch eigene CDs werden produziert und verkünden die Botschaft von Freiheit und Gelassenheit. Nur selten sah man die Oelderin ohne ihre Gitarre in der Altstadt von Münster.
Musik, die das Leben schreibt? Darum geht es auch in den Liedern von Isabel Nolte. Für ein Psychologie-Studium zog sie nach dem Abi 2008 in die Niederlande. Bei „The Voice of Holland“ und „Holland’s Got Talent“ steht sie im Rampenlicht. Spätestens seit ihren Auftritten bei „The Voice of Germany“ ist sie auch in ihrem Heimatland einem Millionenpublikum bekannt. Sie sieht sich selbst als Liedermacherin und Geschichtenerzählerin – beste Voraussetzungen also für einen „Wohnzimmer-Musik-und-Talk-Abend“ in der Wadersloher Schul-Aula.
Die persönlichen Erfahrungen und emotionalen Höhe- und auch Tiefpunkte ihrer (musikalischen) Lebensläufe im Gepäck, nahmen Luisa und Isabel dieses Mal zwar kein Millionenpublikum mit auf ihre Singer-Songwriter-Rückblickreise, überzeugten aber auch im kleineren Rahmen mit ihrer gewohnten Ausdrucksstärke. Jenseits gewohnter Konventionen, die beide in ihrer Kunstform schon früh brachen, faszinierten beide mit nachdenklich anmutenden Sounds. „Wir haben es hier mit hochkarätigen Künstlerinnen zu tun, die nationale wie internationale Erfolge feiern konnten. Dass sie heute hier sind, ist ein Geschenk für uns alle“, sprach Martin Große Hundrup, Vorsitzender der Fachschaft Musik, aus, was das Publikum mit einem anerkennenden Nicken zur Bestätigung und viel Applaus unterstrich: Unverwechselbar als Künstlerinnen mit großem Mut, Geschichten zu erleben und anderen mittels Musik davon zu erzählen. Die musikalische Heimkehr war ein schönes Geschenk zum „100-jährigen“.
Konzertkritik: mw/bb., Foto: Johanneum


