Diestedde (mw/bb). Ein verunfallter Bulli, zwei betroffene Personen und ein Gefahrstoff, der aus dem Fahrzeug austritt: Bei der diesjährigen Herbstabschlussübung des Löschzugs Diestedde der Freiwilligen Feuerwehr Wadersloh ging es am Samstagnachmittag auf dem Hof der Familie Streffer in Altendiestedde um ein anspruchsvolles Einsatzszenario. Im Mittelpunkt standen dabei nicht nur die Menschenrettung und der Umgang mit einem Gefahrstoff, sondern auch die komplexe Wasserversorgung im Außenbereich.




Das Szenario hatten die Feuerwehrkameraden Jan Berlinghoff und Thomas Vogel erdacht. Beide brachten dabei neue Ideen in die Übung ein. Ausgangspunkt war ein Unfall mit einem Transporter, der mit einem Gefahrstoff beladen war. Zwei Personen mussten aus dem Gefahrenbereich gerettet werden. Nach der ersten Lageerkundung galt es für die Einsatzkräfte, schnell zu handeln: Die Personenrettung hatte nach der Toröffnung zum Hof Priorität, gleichzeitig musste der Bereich abgesperrt und gegen weitere Gefahren gesichert werden. Austretende Dämpfe wurden mit einem Wassernebel niedergeschlagen beziehungsweise eingedämmt. Eine weitere Herausforderung stellte die Lage des Übungsortes dar: Im Altendiestedder Außenbereich standen keine Hydranten zur Verfügung. Damit wurde auch die Frage der Wasserversorgung unter realistischen Bedingungen Teil der Übung.





Nach der Rettung der Betroffenen wurde zudem eine Not-Dekontamination durchgeführt. Dabei ging es darum, die betroffenen Personen notdürftig von möglichen Gefahrstoffen zu reinigen und anschließend für die weitere Versorgung an den Rettungsdienst zu übergeben.
Im Ernstfall würden Spezialkräfte nachrücken
Bei einem tatsächlichen Gefahrstoffereignis dieser Größenordnung würden weitere Spezialkräfte nachgefordert. Im Kreis Warendorf stehen dafür unter anderem ABC-Einheiten aus Wadersloh, Beckum oder Sassenberg zur Verfügung. Auch entsprechendes zusätzliches Personal würde an der Einsatzstelle zusammengezogen. Aus Wadersloh würde normalerweise unter anderem der Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz (LF Kat.-Schutz) zum Einsatz kommen.




Für die praktische Übung waren rund 20 Feuerwehrkameradinnen und -kameraden des Löschzugs Diestedde im Einsatz. Unterstützt wurde das Geschehen zudem von zwei Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Als Fahrzeuge standen ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) und ein Löschgruppenfahrzeug (LF 10) bereit. Die Übung verfolgten außerdem zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer. Feuerwehrleiter Michael Linnemann machte sich vor Ort ein Bild vom Vorgehen des Löschzugs und schaute den Diesteddern bei der Bewältigung der Lage über die Schulter. Auch die Ehrenabteilung aus Diestedde war mannstark vertreten. Für Zugführer Rainer Schulze Frielinghaus fiel die Bilanz anschließend positiv aus: „Alles ist gut gelaufen“, lautete sein Fazit zur Herbstabschlussübung 2026.
100 Jahre Löschzug Diestedde: Im kommenden Jahr wird es größer
Im kommenden Jahr dürfte die Herbstabschlussübung etwas größer ausfallen: Der Löschzug Diestedde feiert sein 100-jähriges Bestehen. Am 12. September 2027 feiert der Löschzug Diestedde mit einem großen Festtag am Eventhaus„Schloss 6“ mit einer Blaulichtmeile. Auch die Herbstabschlussübung soll dann größer ausfallen. Erste Planungen für das Jubiläumsjahr laufen bereits.
Fotos/Text: B. BrĂĽggenthies


