Wadersloh (mw/bb). Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Wadersloh möchte die Gemeinde für die bundesweite Aktion „Abpflastern“ gewinnen. Die Fraktion hat beantragt, dass sich die Gemeinde Wadersloh ab der Saison März 2027 an dem Wettbewerb beteiligt. Gleichzeitig sollen bereits jetzt die notwendigen Vorbereitungen getroffen werden. Beim „Abpflastern“ geht es darum, versiegelte Flächen aufzubrechen und wieder in Grünflächen zu verwandeln. Mitmachen können Kommunen ebenso wie Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Organisationen, Unternehmen oder Hausgemeinschaften. Ob Vorgarten, Hof, Parkplatz, Schulhof oder eine kleinere Fläche: Jeder entsiegelte Quadratmeter soll einen Beitrag leisten.
Die Grünen sehen darin vor allem eine Möglichkeit, konkrete Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vor Ort umzusetzen. „Die zunehmenden Hitzeperioden, wie sie auch im Sommer 2026 deutlich spürbar waren, führen zu einer erheblichen thermischen Belastung von Mensch und Tier“, heißt es in der Begründung des Antrags.
Versiegelte und unverschattete Flächen heizen sich bei Sonneneinstrahlung stark auf. Asphalt- und Pflasterflächen speichern Wärme und geben diese zeitverzögert wieder an die Umgebung ab. Gleichzeitig kann Regenwasser auf versiegelten Flächen schlechter versickern. Aus Sicht der Grünen kann Entsiegelung deshalb gleich mehrere positive Effekte haben: Begrünte Flächen können zur Kühlung beitragen, Regenwasser aufnehmen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Gleichzeitig kann sich die Aufenthaltsqualität im Wohnumfeld verbessern. Die Fraktion verweist dabei auch auf das kommunale Klimaanpassungskonzept der Gemeinde Wadersloh. Die Teilnahme an „Abpflastern“ könne eine konkrete Umsetzung der dort bereits formulierten Ziele sein.
Gemeindeverwaltung soll mögliche Flächen prüfen
Bevor Wadersloh in der kommenden Saison an den Start geht, soll nach dem Willen der Grünen geklärt werden, wo und wie die Aktion in der Gemeinde umgesetzt werden kann. Eine zentrale Frage ist dabei, welche kommunalen Flächen für eine Entsiegelung und anschließende Begrünung besonders geeignet sind. Als mögliches Beispiel nennt die Fraktion Schulhöfe. Aber auch andere kommunale Flächen könnten in Betracht kommen. Darüber hinaus soll geprüft werden, wie private Grundstückseigentümer für eine Teilnahme gewonnen werden können. Die Grünen möchten deshalb frühzeitig eine Informationskampagne starten. Bürgerinnen und Bürger sollen über die Aktion informiert und zum Mitmachen motiviert werden. Auch mögliche Fördermittel, Synergieeffekte und Formen der Bürgerbeteiligung sollen untersucht werden. Im Antrag wird unter anderem eine mögliche Verbindung mit LEADER Lippe-Möhnesee angesprochen.

Die Stadt Gütersloh macht bereits vor, wie es gehen kann
Wie eine solche Aktion auf kommunaler Ebene aussehen könnte, zeigt das Beispiel Gütersloh. Dort hat die Stadt im Frühjahr 2026 zur Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb aufgerufen und ausdrücklich auch kleinere Projekte einbezogen. Mitmachen können dort unter anderem Einzelpersonen, Hausgemeinschaften, Initiativen, Vereine, Unternehmen und Belegschaften. Auch der Rückbau von Schottergärten wird berücksichtigt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer dokumentieren ihre Projekte mit Vorher-Nachher-Bildern und können diese für das bundesweite Ranking einreichen. Die Stadt Gütersloh begleitet die Aktion zudem fachlich und gibt Tipps zur Entsiegelung und zur passenden Bepflanzung. Besonders gelungene Projekte sollen zusätzlich gewürdigt werden. | Mehr dazu hier (externer Link)
„Mitmach-Ökologie“ auch für Wadersloh?
Genau diesen Gedanken möchten die Wadersloher Grünen offenbar auf unsere Gemeinde übertragen. Entsiegelung soll nicht allein als Verwaltungsaufgabe verstanden werden, sondern als Aktion, bei der viele Menschen selbst aktiv werden können. Im Antrag sprechen die Grünen von „Mitmach-Ökologie“. Sichtbare Veränderungen vor der eigenen Haustür könnten demnach nicht nur ökologisch etwas bewirken, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl stärken. Der Wettbewerb könnte damit eine Verbindung zwischen kommunaler Klimaanpassung und privatem Engagement schaffen: Die Gemeinde schafft den organisatorischen Rahmen, während Bürgerinnen und Bürger mit eigenen Projekten dazu beitragen, Wadersloh grüner und klimaresilienter zu machen. Ob Wadersloh ab März 2027 tatsächlich beim „Abpflastern“ an den Start geht, müsste erst politisch beraten und entschieden werden. Die Grünen wollen das Thema frühzeitig auf die kommunale Tagesordnung bringen.
Fotos/Text: mw/bb., zus. Quelle: Antrag GRÜNE


