Wadersloh (mw/bb). Auf dem Campus des Gymnasiums Johanneum in Wadersloh wird in diesen Wochen Geschichte geschrieben oder besser gesagt: Zukunft gebaut. Mitten im 100. Jubiläumsjahr des Johanneums steht die Eröffnung des neuen MINT-Gebäudes kurz bevor. Die Bauarbeiten sind inzwischen in der finalen Phase angekommen. Der Einzug der Chemie-Fachschaft steht unmittelbar bevor, Möbel und Laborausstattung treffen ein und die letzten Handgriffe im Inneren werden vollzogen. Auch im Außenbereich herrscht rege Bautätigkeit: Die Landschaftsbauer der Firma Horstmann gestalten das Umfeld, das den neuen barrierefreien MINT-Campus künftig auch optisch einrahmt.

Am 5. Juli 2025 wird das neue MINT-Zentrum offiziell im feierlichen Rahmen des Schulfestes zum 100-jährigen Bestehen des Johanneums seiner Bestimmung übergeben. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem offiziellen Spatenstich. Als Ehrengast wird NRW-Schulministerin Dorothee Feller erwartet. Nach dem Festakt mit Ansprachen gibt es Rundgänge durch die neuen Räumlichkeiten, Präsentationen aus der Projektwoche, ein Bühnenprogramm der Schülerinnen und Schüler, kulinarische Angebote und ein großes Ehemaligentreffen. Ein weiterer Höhepunkt: Die Vorbestellung der Festschrift, die an das Werk „90 Jahre Johanneum“ von Hans-Josef Kellner anknüpft und die vergangenen zehn Schuljahre dokumentiert.
Zukunftsorientiert gebaut, mit Unterrichtsmöglichkeiten auf einem neuen Niveau
Gebaut wurde nicht nur mit modernster Technik und mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Funktionalität: Die Innenausstattung stammt teilweise aus den bisherigen Fachräumen, ergänzt durch neue Arbeitsflächen und Laborschränke. Ausgeführt wurde der Innenausbau von der Firma Weber & Kunz GmbH aus dem Erzgebirge, die eine bestens vorbereitete Baustelle vorfand.

Der neue Gebäudeteil umfasst drei Unterrichtsräume sowie einen Vorbereitungsraum. Künftig wird dort unter Bedingungen gearbeitet, wie man sie sonst eher aus Universitätslaboren kennt, inklusive der Möglichkeit zum Steharbeiten. Damit wird der naturwissenschaftliche Unterricht auf ein neues Niveau gehoben. Auch die kürzlich vereinbarte Kooperation der Schule mit Rottendorf Pharma (MW berichtete) dürfte durch die neue Infrastruktur eine noch engere Zusammenarbeit ermöglichen.
Obwohl die Baustelle von der Schülerschaft durch ihre Lage nicht immer direkt wahrgenommen wurde, war sie doch jederzeit präsent. Die Schülervertretung wurde regelmäßig über Fortschritte informiert. Schulleiter Wolfram Wenner und Schulträger-Geschäftsführer Wilfried Müller betonen, wie groß die Vorfreude bei den Fachschaften sei.

Der MINT-Campus steht sinnbildlich für den Leitsatz des Johanneums: „Zukunft mit Tradition“. Am 5. Juli wird aus dem Bauprojekt dann wohl auch ein Bildungsversprechen. Wer 100 Jahre lang Schule gemacht hat, weiß, dass gute Bildung sich nicht in Steinen, sondern vor allem in Möglichkeiten misst. Der neue MINT-Campus steht für dieses Zukunftsversprechen und markiert im Jubiläumsjahr 2025 einen bedeuteten Meilenstein inder Schulgeschichte des Gymnasiums Johanneum.
Hintergrund: Der neue MINT-Campus am Johanneum
Die Wurzeln des Projekts reichen zurück bis in das Jahr 2023. Regierungspräsident Andreas Bothe überreichte im November einen Förderbescheid in Höhe von knapp einer Million Euro und damit die höchste Fördersumme, die die Gemeinde Wadersloh je für ein Einzelprojekt erhalten hat. Das Geld stammt aus einem NRW-Programm zur Unterstützung von Ersatzschulen im Zuge der G9-Wiedereinführung. Finanziell wird das Projekt von der Gemeinde Wadersloh mitgetragen, da der Schulträgerverein als privater Träger nicht über die Mittel für den Eigenanteil verfügte.
Fotos/Text: mw/bb.


