Diestedde (mw/bb). Die Planungen für den neuen Themenspielplatz in Diestedde nehmen weiter Gestalt an. Nachdem der Ausschuss für Jugend, Familie, Soziales und Inklusion am 14. September schon einstimmig grünes Licht für die weitere Planung signalisiert hatte, stand das Thema am vergangenen Montagabend (28. September) auch im Hauptausschuss nochmal auf der Tagesordnung. Dabei wurde deutlich: Der Weg für den geplanten Spielplatz „Im Wiedenkamp“ (Nähe Friedhof) ist grundsätzlich frei. Über die konkrete thematische Ausrichtung soll allerdings noch beraten werden.
Das Ziel bleibt aber weiterhin eine Umsetzung im Jahr 2027. Voraussetzung dafür ist die Bewilligung entsprechender Fördermittel aus dem Programm „Struktur- und Dorfentwicklung“. Weil die Antragsfristen in den vergangenen Jahren immer weiter vorgezogen wurden, drängt die Zeit. Ohne einen entsprechenden Ratsbeschluss kann die Gemeinde keinen Förderantrag für das Projekt stellen.
Das Thema „Wasser“ ist noch nicht in Stein gemeißelt
In den bisherigen Spielplatz-Überlegungen war für den Ortsteil Diestedde unter anderem das Thema Wasser genannt worden. Im Hauptausschuss wurde allerdings überraschend deutlich, dass diese Idee keineswegs bereits feststeht. Rudi Luster-Haggeney (CDU) begrüßte grundsätzlich das weitere Vorgehen, stellte die thematische Festlegung aber plötzlich infrage. Es sei nicht erkennbar, warum man sich bereits jetzt auf einen bestimmten Schwerpunkt festlegen müsse. Gerade mit Blick auf die bestehenden Angebote könne beispielsweise ein anderer thematischer Schwerpunkt sinnvoller sein. Für Diestedde verwies Luster-Haggeney darauf, dass es dort bereits einen Spielbereich mit „Wasser“ gebe (Anm. d. Red.: Auf dem einstigen Dorfplatz hatten Gemeindeveraltung und Politik unter dem damaligen Bürgermeister Theobald Westhagemann (CDU) vor rund 20 Jahren einen Spielplatz mit Matschanlage errichtet). Auch für Liesborn könne ein anderer Schwerpunkt interessant sein. Dort verwies Luster-Haggeney unter anderem auf den Bereich der DRK-Kita, wo der Bach bereits als Spielelement genutzt werde. Einen „Pump-Track“ bezeichnete er beispielsweise als eine mögliche Alternative. Bürgermeister Christian Thegelkamp stellte daraufhin klar, dass die thematische Ausrichtung noch einmal beraten werden soll. Für den eigentlichen Beschluss, die Planung voranzutreiben, spiele dies jedoch keine entscheidende Rolle.
Gemeindeverwaltung will Kinder beteiligen
Dezernent Elmar Ahlke erläuterte, dass die derzeit diskutierten Ideen teilweise noch aus dem Jahr 2021 stammen. Damals, während der Corona-Zeit, hatte die Verwaltung verschiedene Überlegungen für die Spielplätze in den Ortsteilen zusammengetragen. Ursprünglich waren in jedem Ortsteil sogar zwei Umbauten beziehungsweise Maßnahmen an Spielplätzen vorgesehen. Die damaligen Überlegungen wurden in mehreren Beratungen diskutiert und anschließend auch in den Fraktionen aufgegriffen. Eine abschließende Umsetzung des damaligen Gesamtkonzepts wurde jedoch nie beschlossen.
Inzwischen soll der Ansatz anders weiterentwickelt werden. Nach Angaben Ahlkes soll bei der Gestaltung künftig insbesondere ein stärkerer Bezug zu jüngeren Kindern berücksichtigt werden. Konkrete Inhalte seien derzeit noch nicht festgelegt. Vorgesehen ist deshalb eine weitere Beratung in den zuständigen Fachausschüssen. Auch die Kinder selbst sollen beteiligt werden. Ahlke kündigte an, sowohl die Grundschule als auch jüngere Kinder beziehungsweise deren Interessen in die weiteren Überlegungen einzubeziehen. Ähnlich war man mit dem neuen Spielplatz an der Festwiese Wadersloh vorgegangen. So oder so steht die Verwaltung dabei unter erheblichem Zeitdruck. Damit der Förderantrag rechtzeitig gestellt werden kann, müsse das Themenfeld relativ zeitnah festgelegt werden. Die konkrete Ausgestaltung könne anschließend weiterentwickelt werden.
Der beliebte Diestedder „Teufelsberg“ bleibt im Blick
Unabhängig von der noch offenen thematischen Ausrichtung soll der vorhandene Geländeverlauf des Spielplatzes möglichst berücksichtigt werden. Bereits in der Sitzung des Fachausschusses hatten u.a. Martina Drews (SPD) und Ruth Lutterbüse (GRÜNE) dafür plädiert, den sogenannten „Teufelsberg“ als Rodelmöglichkeit zu erhalten. Auch dieser Punkt soll in die weiteren Planungen einfließen. Der vorhandene Spielplatz liegt zentral im Ort und wird bereits heute von Kindern und Familien gerne genutzt. Das gemeindeeigene Grundstück ist im Bebauungsplan zudem bereits als Spielplatz ausgewiesen.
Fördermittel sind noch nicht sicher
Eine entsprechende Nachfrage von Heino Teckentrup (FWG) machte aber auch deutlich, dass die Finanzierung immer noch nicht gesichert ist. Die Fördermittel seien derzeit nicht reserviert, erklärte Elmar Ahlke. Die Mittel müssten jedes Jahr neu beantragt werden. Gerade deshalb sei ein Ratsbeschluss erforderlich. Ohne eine entsprechende politische Entscheidung könne die Gemeinde auch im kommenden Jahr keinen Förderantrag stellen. Der Hauptausschuss bestätigte damit den eingeschlagenen Weg. Die thematische Ausrichtung des Spielplatzes bleibt zwar offen, die Planung für den Standort in Diestedde soll jedoch weitergeführt werden.
Der Spielplatz in Liesborn bleibt ein schwierigeres Thema
Während Diestedde damit auf einen konkreten Zeitplan zusteuert, bleibt die Situation in Liesborn unverändert schwierig. Dort ist weiterhin kein geeignetes Grundstück gesichert. Als Wunschstandort wurde aus der Politik einmal mehr der Bereich am „Krumme Busch“ beziehungsweise Klostergarten genannt. Das Grundstück befindet sich allerdings nicht im Eigentum der Gemeinde Wadersloh. Nach Angaben der Verwaltung verfolgt der Eigentümer dort andere Pläne. Bei der thematischen Ausrichtung gibt es noch offene Fragen. So soll geprüft werden, welche Angebote am möglichen Standort sinnvoll wären und welche bereits an anderer Stelle vorhanden sind. Es bleibt also zunächst bei dem zweigeteilten Vorgehen: Diestedde soll für eine mögliche Umsetzung 2027 konkret geplant werden. Im Liesedorf muss zunächst die Standortfrage geklärt werden. Der Beschluss fiel einstimmig. Final entschieden wird im kommenden Rat in seiner Sitzung am 12. Oktober 2026.
Fotos/Text: B. Brüggenthies



